Wenn Literatur unter die Haut geht: Eindrucksvolle Autorenlesung mit Daniela Dröscher am BSZ Kelheim
Daniela Dröscher liest aus ihrem Roman „Lügen über meine Mutter“.
Kelheim. Am Mittwochvormittag wurde die Aula des Beruflichen Schulzentrums Kelheim zum literarischen Begegnungsraum: Die Autorin Daniela Dröscher las am 25. Februar 2026 aus ihrem Roman „Lügen über meine Mutter“. Die Veranstaltung fand im Rahmen der städteübergreifenden Aktion „Kelheim und Regensburg lesen ein Buch“ statt und brachte Schülerinnen und Schüler in direkten Austausch mit der Schriftstellerin.
Deutschlehrerin StRin Simone Mittermeier (1.v.l.) und Schulleiter OStD Hubert Ramesberger (2.v.l.) freuen sich gemeinsam mit den Organisatoren von „Kelheim liest ein Buch“ Eva Honold (1.v.r.) und Attila Henning (2.v.l) über die Autorenlesung von Daniela Dröscher (Mitte) am BSZ Kelheim.Literarische Spurensuche in der Aula
Von 11:00 bis etwa 12:30 Uhr folgten zahlreiche Klassen der Einladung in die Aula des BSZ Kelheim. Den offiziellen Auftakt gestaltete Schulleiter OStD Hubert Ramesberger, der die Bedeutung von Literatur im schulischen Kontext hervorhob. Anschließend begrüßte Attila Henning vom Kulturverein „Kaffee Kreativ“ im Rahmen des Projektes „Kelheim und Regensburg lesen ein Buch“ (https://kelheim-liest-ein-buch.de/; https://www.regensburg-liest-ein-buch.de/) die Anwesenden und ordnete die Lesung in das Gesamtprojekt ein, das im Februar und März das kulturelle Leben in der Region prägt. Organisiert wurde die Veranstaltung von StRin Simone Mittermeier, die ebenfalls einführende Worte an das Publikum richtete.
Im Mittelpunkt stand jedoch die Autorin selbst. Daniela Dröscher, deren Roman 2022 für den Deutschen Buchpreis nominiert war, nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in die beklemmende Welt ihrer Ich-Erzählerin. In mehreren Leseblöcken präsentierte sie zentrale Passagen des Romans.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse FOS 10 haben im Vorfeld im Rahmen eines Graffiti-Projekts Schlagwörter zum Roman gestaltet.Eindringliche Passagen und intensive Gespräche: Literatur zum Anfassen
In mehreren sorgfältig ausgewählten Abschnitten gewährte Daniela Dröscher dem Publikum Einblick in die dichte, atmosphärische Erzählwelt ihres Romans. Mit ruhiger Stimme ließ sie die Perspektive der jungen Ich-Erzählerin lebendig werden und machte die subtilen wie schmerzhaften familiären Spannungen spürbar. Besonders die Themen Körperbilder, gesellschaftlicher Erwartungsdruck und familiäre Machtverhältnisse standen dabei im Mittelpunkt.
Zwischen den Lesepassagen entwickelte sich ein intensiver Austausch mit den Schülerinnen und Schülern. Sie nutzten die Gelegenheit, Fragen zum autobiografischen Hintergrund, zur Figurenentwicklung und zum Schreibprozess zu stellen. Dröscher antwortete offen und reflektiert und gab persönliche Einblicke in ihre Motivation sowie in die gesellschaftlichen Fragestellungen, die ihrem Roman zugrunde liegen. So entstand ein lebendiger Dialog, der die literarischen Inhalte über die reine Textarbeit hinaus vertiefte.
Zum Abschluss signierte Daniela Dröscher zahlreiche Exemplare ihres Romans und nahm sich Zeit für persönliche Worte. Mit einem Dank an die Autorin und alle Mitwirkenden verabschiedete Organisatorin Simone Mittermeier die Gäste.
Die Lesung am BSZ Kelheim zeigte eindrucksvoll, wie Literatur Brücken schlagen kann – zwischen Generationen, zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Debatte. Im Rahmen von „Kelheim und Regensburg lesen ein Buch“ wurde einmal mehr deutlich: Ein gemeinsames Buch kann eine ganze Region ins Gespräch bringen.
Autor: Simone Mittermeier, StRin
